Südindische Klassische Tanzkurse

Indischer Tanz für Anfänger
Anfängerstufe
Bharatanatyam lernen
Fortgeschrittene Anfänger
bis Mittelstufe
Bharatanatyam workshop
Master Classes für Profitänzer
Workshop
Workshops

Die darstellenden Künste Indiens haben eine reiche und vielfältige Tradition, die sich über Tausende von Jahren weiterentwickelt hat. Heutige Tanzstile wie Bharatanatyam, Kuchipudi, Odissi oder Kathak sind als Ergebnis regionaler ästhetischen Präferenzen und aus den dortigen Kontexten, in denen Tanz praktiziert wurde, hervorgegangen. Diese klassischen Tanztraditionen lassen sich auf alten Tanztexten, v.a. den ältesten, Natyasastra (ca. 3 BC – 5 AD), zurückführen. Dennoch brachte jeder historische Zeitalter, jede Dekade, jede Praktizierende eine Veränderung, und hat dadurch zu einer stetigen Weiterentwicklung einer lebendigen Praxis beigetragen. Diese ist besonders erkennbar in Bharatanatyam. Das ist die transformative Kraft des Tanzes schleichthin.
Während in der Vergangenheit, die verschiedenen Stilen in den Templen und/oder Königshöfen und in enger Verbindung mit regionalen Musiktraditionen perfektioniert wurden, haben sie heute globale Relevanz erlangt. Was diese Tanztradition für heute relevant macht, sind die wohl definierten Strukturen, die die Veränderungen der Zeit standgehalten haben. Ich erkenne in der Ästhetik der sogenannten klassischen Stilen ein besonders hohes Bewegungswissen, das mit den heutigen Erkenntnissen vereinbar ist. Die reiche Vielfalt der Stile basiert darauf, welche Bewegungsaspekte jeder Stil betont. Darüber hinaus hat die indische Tanz- bzw. Tanztheatertradition stets großen Wert auf Ausdruck und Emotionalität gelegt. Eine Körper-Geist-Verbindung ist integraler Teil der Praxis, man könnte sagen, die Nebenwirkung einer solchen Tanzpraxis.

Dennoch ist der Begriff indischer Tanz im Europa immer noch mit Exotismus umhüllt. Oder als liebevolle Folklore betrachtet. Um eine in die Tiefe und Breite gehende kritische Auseinandersetzung mit dieser ins Detail entwickelten Tanzkunst zu ermöglichen, habe ich meine Arbeit in den letzten vier Jahrzehnten triadisch aufgebaut – innovative Buhnenproduktionen, Lehrtätigkeit und Forschung. Zentral dabei ist die Erkenntniss, daß auch wenn Inhalt und die historischen Kontexte der Tanztradition in spezifischen kulturellen oder religiösen Praktiken eingebettet worden sind, deren Form und Praxis können einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Essenz von Bewegung und Ausdruck leisten. Diese sind die universellen Eigenschaften des Tanzes. Wie die Studiopraxis zeigt, entzieht sich diese Tanztradition jeglicher Kategorisierung. V.a. sind klassische Formen nicht Trendformen. Sie entwickeln sich und reifen im Körper über Zeit und durch Praxis, dadurch tiefe und reiche Erfahrungen ermöglichend.

Rajyashree Ramesh
Berlin, September 2018

Über Bharatanatyam
Bharatanatyam ist der heutige Name einer Tanzform, die im 18. Jhdt. am Hofe des Königs von Tanjavur, Tamilnadu entstand. Dessen heute noch praktizierten Bühnenrepertoire führt auf vier Gebrüder, genannt Tanjavur Quartett, zurück, die Tänzer, Musiker und Gelehrte zugleich waren. Zentrale Aspekte hier, wie auch in allen anderen klassischen Tanzformen Indiens, sind nrttta und abhinaya, die nicht-narrative (nirgiti) und narrative Aspekte des Tanzes. In späteren Texten wie Abhinaya Darpana sind die ursprünglich in Natyasastra mit erstaunlichen Körper- und Bewegungserkenntnissen beschriebenen Körperhaltungen, Gangarten, Gesten einzelner Körperglieder, Blicke, Gesichtsausdrücke usw. nochmals beschrieben. Diese reflektieren spätere Praktiken und werden heute in Bharatanatyam hauptsächlich eingesetzt. Dieser Tanzstil ist bekannt für seine lineare Präzision und subtile Ausdruckskraft, die durch eine komplexe Integration von Hand-, Fuß- und Augenbewegungen entstehen. Merkmal des Bharatanatyams ist die tiefe und geerdete aramandi-Haltung – eine tiefe Huftbeuge mit gradierter Rotation. In dieser Plie-Haltung werden nicht nur alle Bewegungen durchgeführt, sondern erlangen ihre Leichtigkeit und Anmut.

Bharatanatyam lernen an GMA
In den Kursen von Rajyashree Ramesh wird eine einzigartige Lernmethode angeboten, die aus einer bewegungsanalytischen Perspektive so strukturiert ist, dass Lernende aus der ganzen Welt und in jedem Alter einen fundierten Zugang zu dieser hoch entwickelten Tanztradition und traditionell hoch raffinierten Körperarbeit finden. Und zwar von den ganz simplen bis hin zu komplexen Strukturen, von individuellen Bewegungen bis hin zu Ganzkörperintegration, von Form zu Fluß, von Körperfunktion zu Expressivität, von Stabilität zu Mobilität, von rhythmischen zu melodischen Aspekten der Musik, von Körperwissen bis hin zu philosophischem Hintergrund, und vieles mehr. Das Ziel in allen Lernphasen, von den Anfängern bis Fortgeschrittenen und bis hin zur Bühnenausbildung, ist es, nicht nur ein tiefes Verständnis für eine spezifische Tanztradition wie Bharatanatyam zu erlangen, sondern die Relevanz dieser für die eigene Praxis zu erkennen. Jede Stunde ist eine Stunde der Erkundung von eigener Bewegung und Ausdruckskraft.

Neben Kurse für Erwachsene wird auch Kindertanz für die Altersgruppen 4-6 Jahren and 7-11 Jahren angeboten. Immer mehr Studien zeigen die Wichtigkeit von Tanz- und Bewegungstraining für frühkindliche Erziehung und Bildung. Zentral in den Kursen ist daher sowohl einen spielerischen wie kreativen Zugang zu den Gesten, Körperhaltugen und Bewegungen des Indischen Tanztheaters, als auch eine systematische bewegungsanalytisch basierte Einführung in Bharatanatyam ab einem Alter von 7 Jahren (bei Interesse und Neigung, auch ab 6 Jahren).

Alle Kurse ab Dezember 2018

Modul_4_2018_Übersicht

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Die Global Music School will ihr Angebot im Bereich Tanz sukzessive ausbauen. Dazu stehen wir in Kontakt mit verschiedenen qualifizierten Dozent*innen. Aber der Ausbau unseres Tanzangebots hängt auch ab von der Nachfrage. Deswegen: Fragt nach, wenn Ihr vergleichbar niveauvollen Unterricht für andere Tanzstile sucht. Wir sammeln Interessenten und bringen Euch in Kontakt zu unseren Dozent*innen.